Probleme mit Eileitern

Bei 25% der Frauen mit der Unfruchtbarkeitsdiagnose ist die Unfähigkeit schwanger zu werden auf blockierte oder fehlende Eileiter zurückzuführen. Die modernen Diagnostikmethoden lassen es zu, die Probleme mit Eileitern früh zu erkennen und rechtzeitig mit Behandlung zu beginnen. Die Reproduktionsmedizin verhilft den Frauen zur Schwangerschaft auch bei blockierten oder sogar fehlenden Eileitern.

Was bedeutet Eileiterblockierung?

Der Eileiter erfüllt eine Transportfunktion, hier trifft sich die Eizelle mit einem Spermium, wodurch die Empfängnis erfolgt. Der Embryo beginnt sich im Eilleiter zu entwickeln und gerät danach in die Gebärmutter. Die Eileiterblockierung bedeutet, dass diese Etappen im Organismus der Frau nicht zum Zuge kommen und dadurch zur Unfruchtbarkeit führen. Wenn der Eileiter teilweise blockiert ist, besteht das Risiko der extrauterinen Schwangerschaft – die Stellung des Fruchteis in verschiedenen Bereichen des Eileiters.

Wie ermittelt man den Zustand der Eileiter?

Der Zustand der Eileiter wird mit Hilfe von einigen Methoden ermittelt. Die erste davon, die Echosalpingographie erfolgt durch die Einführung in die Gebärmutter eines Kontrastmittels und Ultraschallanalyse des Zustands von Gebärmutter und Eileitern. Als mehr informativ erscheint die zweite Methode – die Hysterosalpingographie. Auch hier wird in die Gebärmutter ein Kontrastmittel eingeführt, die Analyse des Zustands von Gebärmutter und Eileitern erfolgt allerdings mit Hilfe der Röntgenaufnahme. In Einzelfällen ist der Zustand der Eileiter laparaskopisch zu diagnostizieren.

Wie behandelt man die Eileiterblockierung?

Sollte in den Eileitern Entzündungsprozess stattfinden, benötigt man eine konservative Behandlung, die eine antibakteriell Therapie, physikalische Methoden (z.B. Elektrophorese), Heilstättenkur und andere Mittel umfasst. Danach wird eine Echo- oder Hysterosalpingographie (mit Kontrasthilfe kann man auf dem Monitor der Ultraschalldiagnostik oder auf der Röntgenaufnahme den Zustand von Gebärmutter und Eileitern identifizieren) durchgeführt. Unter bestimmten Bedingungen ist die Eileiterblockierung mit Hilfe der laparaskopischen Operation zu beheben. Bei der absoluten Eileiterblockierung sind die assistierenden Reproduktionstechnologien, u.a. IVF zu verwenden.

Wie wird man schwanger bei völlig blockierten oder fehlenden Eileitern?

Vor einigen Jahren galten die völlig blockierten bzw. fehlenden Eileiter als absolute Unfruchtbarkeitsfaktoren. Heute ist es kein Urteil – die moderne Medizin bietet in solchen Situationen die assistierenden Reproduktionstechnologien an. Zum Beispiel IVF.

IVF

(In-vitro-Fertilisation) — eine Behandlungsmethode der Unfruchtbarkeit in den Fallen, wenn eine Begegnung der weiblichen Eizelle und des Spermium des Mannes auf der naturlichen Weise nicht moglich ist. Die Befruchtung findet im Labor statt, der Embryo wird in den Korper der Frau ubertragen. In den schwierigeren Fallen kann das genetische Material der Spender verwendet werden.

IVF+TESE

(Testikulare Spermienextraktion) ist eine Hilfsmethode, bei der die Befruchtung durch die Verwendung der aus dem Hodengewebe gewonnen Spermien stattfindet. Sie wird angewendet, wenn die Spermien auf dem naturlichen Wege nicht gewonnen werden konnen.

ASRM

Amerikanische Gesellschaft fur Reproduktivmedizin

ESHRE

Europaische Reproduktologie- und Embryologiegesellschaft

ESGE

Europaische Gesellschaft fur gynekologische Endoskopie

IVF+ICSI

Intracytoplasmatische Spermieninjektion — eine Hilfmethode zur Behandlung schwieriger Formen mannlicher Unfruchtbarkeit, bei der die Spermien fur eine extrakorporale Befruchtung unter dem Mikroskop ausgewahlt werden und eine von ihnen in das Zytoplasma einer Eizelle eingesprtzt wird.

Ultraschalldiagnostik

Ultraschalldiagnostik ist die Anwendung von Ultraschall als bildgebendes Verfahren zur Untersuchung von organischem Gewebe innerhalb des menschlichen Korpers.

IUI

Intrauterine Insemination —ist eine Methode der kunstlichen Befruchtung, die bei leichten Storungen der reproduktiven Funktion eines der Partner angewendet wird. Die Samenzellen des Mannes oder des Spenders werden unmittelbar in die Gebarmutter der Frau eingefuhrt und die Befruchtung findet auf dem naturlichen Wege statt.

Kryozyklus

Eine Hilfsmethode, bei der die Schwangerschaft durch die Verwendung des fruher eingefrohrenen biologischen Materials erzielt wird.

Das Eizellenspenderprogramm

Ist eine Hilfsmethode, bei der fur die Befruchtung die Eizellen einer gesunden Spenderin verwendet werden. Die Spenderin wird vorher untersucht und entsprechend vorbereitet.

IVM

(In-vitro-Maturation)— eine neue Behandlungsmethode der Unfruchtbarkeit durch Befruchtung in vitro fur die Frauen mit Gegenanzeigen fur die Stimulation der Eierstocke. Anders als bei der herkommlichen extrakorporalen Befruchtung werden hier unreife Eizellen verwendet, die dann im Labor zum befruchtungsfahigen Zustand reifen.

IVF+PGD

(Genetische Praimplantationsdiagnostik) — Methode, die bei den Partnern mit Erbkrankheiten angewendet wird, um genetische Pathologien beim erwarteten Kind zu vermeiden. Der Embryo wird vor der Einpflanzung in die Gebarmutterhohle untersucht.